Doppelfiltrationsplasmapherese (DFPP) zur Behandlung des akuten Hörverlusts

Ein plötzlicher Hörverlust oder eine starke Hörminderung, allgemein als Hörsturz bezeichnet, ist eine akut auftretende, meist einseitige Funktionsstörung des Innenohres mit Schwerhörigkeit. Hinzu kommen häufig Ohrgeräusche (Tinnitus) und ein Druckgefühl im betroffenen Ohr. Eine einzelne Ursache für den Hörsturz ist nicht bekannt. Unabhängig vom auslösenden Geschehen (z.B. Durchblutungsstörungen, Infektionen, zelluläre Regulationsstörungen) spielt eine Störung der Mikrozirkulation des Innenohres eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des Krankheitsbildes.


Die heute etablierten Therapien zielen auf eine Verbesserung der Durchblutung in den kleinsten Blutgefäßen des Ohres hin oder hemmen mögliche Entzündungsprozesse. Bei ungenügender Wirksamkeit der Standardtherapie mit hochdosierten Glukokortikoiden wird in der aktuellen S1-Leitlinie Hörsturz die Behandlung mit rheologisch wirksamen Behandlungsmethoden empfohlen. Die Apherese wird in der aktuellen Leitlinie unter „Rheologika“ als Literaturzitat aufgelistet, aber nicht mehr explizit genannt sondern mit dem Begriff Senkung von Plasmaviskosität/Fibrinogen subsummiert. Die DFPP (Rheopherese) ist eine rheologisch wirksame Methode der selektiven therapeutischen Apherese.

DFPP bei Hörsturz - Klinische Forschung

Die DFPP (Rheopherese) ist ein Verfahren zur extrakorporalen Blutreinigung, mit dem ein Hörsturz ambulant in ein bis zwei Therapiesitzungen behandelt werden kann. Die Wirksamkeit der DFPP (Rheopherese) - bzw. allgemein unter Einschluß der HELP-Apherese als Fibrinogen-LDL-Apherese bezeichnet - zur Behandlung des akuten Hörverlustes wurde in zwei in Deutschland durchgeführten kontrollierten, randomisierten multizentrischen klinischen Studien mit 240 und 201 Patienten [Mösges et al. 2009, Suckfüll et al. 2002] im Vergleich zur Standardtherapie gezeigt. Es konnte zudem ein positiver Effekt der Apherese auf die Lebensqualität im Vergleich zur Standardtherapie beobachtet werden [Mösges et al. 2008]. In weiteren Untersuchungen konnte bei Patienten mit rezidivierenden Hörsturzereignissen, die sich als refraktär gegenüber einer Infusionstherapie erwiesen, mithilfe der Rheopherese eine signifikante Verbesserung des Hörvermögens erreicht werden [Canis et al. 2008, Uygun-Kiehne et al. 2010].

Für weitere Informationen zur DFPP bei akutem Hörverlust wenden Sie sich gerne an das Apherese ForschungsInstitut.



Weiterführende Literatur

  • Arnold W, Brusis T, Canis M et al. als Konsensuskonferenz der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie für HNO. Hörsturz (Akuter idiopathischer sensorineuraler Hörverlust) – S1-Leitlinie der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Aktueller Stand 01/2014; AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/10.
  • Canis M, Heigl F, Hettich R et al. H.E.L.P.-Apherese bei der Behandlung des Hörsturzes - Eine Anwendungsbeobachtung an 152 Patienten. HNO (2008) 9: 961-966.
  • Heigl F, Hettich R, Suckfüll M et al. Fibrinogen/LDL apheresis as successful second-line treatment of sudden hearing loss: a retrospective study on 217 patients. Atheroscler Suppl (2009) 10: 95-101. Abstract
  • Mösges R, Köberlein J, Heibges A et al. Rheopheresis for idiopathic sudden hearing loss: results from a large prospective, multicenter, randomized, controlled clinical trial. Eur Arch Otorhinolaryngol (2009) 266: 943–953. Abstract
  • Mösges R, Köberlein J, Erdtracht B et al. Quality of life in patients with idiopathic sudden hearing loss: comparison of different therapies using the Medical Outcome Short Form (36) Health Survey questionnaire. Otol Neurotol (2008) 29: 769-775. Abstract
  • Suckfüll M. Fibrinogen and LDL apheresis in treatment of sudden hearing loss: a randomised multicentre trial. Lancet (2002) 360: 1811–1817. Abstract
  • Uygun-Kiehne S, Straube R, Heibges A et al. Rheopherese bei rezidivierendem Hörsturz - Therapieoption nach erfolgloser Infusionstherapie. HNO (2010) 58: 445-451. Abstract

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